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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ich muss mal Dampf ablassen..

Heute ist ein richtiger Regentag, an dem es so scheint, als hätte sogar die Sonne sich noch einmal auf die andere Seite gedreht, um noch ein Weilchen weiter zu schlafen. Auch Irma und Ruby schlafen. Beide bekamen gestern Impfungen und sind etwas k.o.
Und ich dachte mir, dass ich mich endlich wieder mal melde. Ich war ja nun ewig nicht mehr online.

Vor etwa vier Wochen waren wir Mädels bei meinen Eltern und die Cousins Edgar und Hektor waren auch zu Besuch, ohne Mama und Papa, weil diese im mega Umzugsstress waren. Das war super lustig für Irma, aber die ganze Woche Halligalli, also keine Zeit für gar nix.

Die Woche darauf waren wir wieder in Wien, aber jede freie Minute lernte Vladimir für seine theoretische Führerschein-Prüfung, den er jetzt erst macht, da er ihn vorher nie "gebraucht" hat. Belgrader Stadtkind! Wär er auf dem Land aufgewachsen, hätte er ihn, so wie ich, schon mit 17 gemacht und es kaum erwarten können, den "Führerschein zur Freiheit" endlich in den Händen zu halten. Die Prüfung hat er übrigens geschafft..JUHU!!

Leider wurde er die Woche darauf richtig schlimm krank und so waren wir drei Mädels wieder auf uns allein gestellt. Woche Vier hat´s dann uns erwischt und wir waren die ganze Woche streichfähig.

Und so vergeht die Zeit. Ein Monat wie im Flug und ich hab nichts anderes ausser "Kinder"auf die Reihe bekommen, selbst Haushalt war nicht drin!

Irma hat ja auch grad Eingewöhnung im neuen Kindergarten und da bin ich mit Ruby jeden Tag dabei.

Seitdem Irma auch nicht mehr zu Mittag schläft, hab ich den ganzen Tag beide Kids um die Ohren. Die beiden Kleinen sind zwar meine große Liebe, aber mal ehrlich, das ist ganz schön anstrengend. Irma ist 2 1/2 Jahre alt und entdeckt gerade ihre "ich kann selber und ich will sowieso NICHT so wie Mama"-Phase und ist nebenbei noch ziemlich eifersüchtig auf Ruby.

Und Ruby? Schläft nachts super fein - ich bin ja so dankbar!! - aber dafür ist sie tagsüber sehr aktiv. Mit ihren fast 5 Monaten kann sie aber selber nur liegen und sich auf den Bauch drehen und das findet sie absolut nicht genug und schimpft wo geht.

Und ich? Kann mich nicht zweiteilen und das zerrt ganz schön an meinen Nerven, bis die beiden Süßen abends lieb einschlafen. Nur bin ich dann selber so k.o., dass ich zwar motiviert wäre, aber nicht die Energie dafür finde, noch etwas Konstruktives zu machen.

Hinzu kommt, dass schon Monate vergingen, ohne dass ich eine/n -OHNE KIND- Freund/in getroffen habe und das vermisse ich wirklich! Einfach mal ohne meine kleinen Mädels, nur ICH!
Ist das sehr egoistisch?
Ich bin mir schon bewusst darüber, was Kinder haben bedeutet und ich möchte auch keine Sekunde davon missen, aber manchmal kommts durch und ich vermisse das Leben, dass ich vor den beiden hatte. Ich hab´ leidenschaftlich Musik gemacht (Jazz und Minimal). Nächte hindurch konnte ich damit verbringen und mit einem Freund, der professionell Musik macht, hatte ich sogar einige Projekte am Laufen. Mit unseren Jazzkonzerten verdiente ich sogar einiges. Als ich dann mit Irma schwanger wurde, war´s dann aber vorbei. Er wollte sich auf Projekte konzentrieren, mit Leuten, die auch Zeit hätten. Das kann man ja auch verstehen, aber mir gab es ein Stich ins Herz.
Auch meine monatelangen Reisen nach Lateinamerika nahmen ein jähes Ende. Vor allem Chile hat´s mir angetan..
Und nun schaff ich es nicht mal, meinen eigenen Blog aufzumachen, um mich da mal zu melden. Geschweige denn Zeit mit Vladimir zu verbringen. Er arbeitet richtig viel und die Momente des Tages, an denen wir uns sehen, sind kurz und bündig.

Ja, so ist es eben! Das höre ich oft genug von meiner Mama, die Familie so ähnlich hatte wie ich. Kinder, aber sie hatte drei (!), und Mann der so viel arbeitet, dass er - zwar bemüht - aber doch halt kaum Zuhause ist.
"Ausgehen? Daran hätt ich nicht mal gedacht!!" Ja klar, Mama hat ja auch am Land gelebt, mit 300 Bewohner im Dorf, wenn´s hoch geht. Und ich denke, damals war´s sowieso anders, meine Mama ging vor dem ersten Kind auch nicht wirklich aus!
Und ihre große Reise war von Schweden nach Österreich. Das ist eine große Reise, da meine Eltern als junge Studenten tatsächlich von Heimat Schweden nach Österreich zogen, um zu bleiben. Aber ich hab meine "da will ich bleiben Heimat" tatsächlich noch nicht gefunden. Mit mächtig Hummeln im Arsch bin ich wegen Vladimir und in Folge wegen meiner Babies in Wien geblieben. Die machen mich glücklich und doch finde ich Momente, in denen ich fast Platzangst verspüre und mich vermisse.

So..unterm Strich, ich bin sehr glücklich, auch wenn´s grad nicht so klingt. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, auf den ich mich hundertprozentig verlassen kann und zwei zuckersüße Mädels! Und bin ich ehrlich, dann bin ich nur froh, dass wir alle in einem Land leben, in dem es uns so gut geht.
Nur manchmal denk ich zurück und vermisse dann doch die Zeit, als ich Verantwortung nur für mich trug und auch danach handeln konnte. Aber hergeben will ich meine kleine Familie nicht, denn sie macht mich ganz und zu einem besseren Menschen.




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Kommentare:

  1. Huhu,

    ich denke es ist vollkommen okay, auch mal egoistisch zu denken und sich eine Zeit für sich zu wünschen. Vor allem, sich mit Freundinnen zu treffen... das stelle mir echt hart vor für dich. Hast du die Möglichkeit, mit Freundinnen zu telefonieren oder dass sie mal bei dir vorbei kommen? Wenn du schon nicht wohin gehen kannst, dann vllt die anderen zu dir?

    Glaube, es gibt manchmal Zeiten, in denen man für nix anderes Zeit hat, vor allem nicht für dich.
    Ich wünsch dir sehr, dass du mal einen freien Nachmittag oder ähnliches hast :)

    Viele Grüße,
    Ramona

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  2. Hallo Ramona!

    DANKE für deine lieben Worte! Das tut gut!

    Ja, es gibt solche und solche Zeiten und solche und solche Tage. Jetzt, da ich meinen momentanen Frust freien Lauf ließ, finde ich alles auch gar nicht mehr so trist. Wenn ich ehrlich bin, darf ich mich ja gar nicht beschweren. Viele wären froh, wenn sie nur meine Problemchen hätten.
    Vor allem habe ich ja auch Aussicht auf Besserung. Wenn nur die Kleinen etwas größer sind, habe ich sicher auch wieder mehr Zeit für mich und werde dann wahrscheinlich traurig sein, dass die Zeit so schnell verging und meine Babies plötzlich ihren eigenen Weg gehen.
    Und wenn Vladimir wieder etwas mehr Luft in seinem Job hat, dann werde ich die Gelegenheit nutzen und mir einen schönen Mädels-Abend gönnen. Die Vorfreude ist groß!

    Lieben Gruß!!
    Susanna

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